[ Reif für die Insel ]

Ausgabe: 
01
2018
Sonntag, 12. Mai 2019 - 17:45
Hersteller
Spirituosen
Geteilt mit: 

Muster

 

[ … Heute aber schon! ]

 

Finster waren diese Zeiten aber nicht nur für die damals recht kleine Gruppe der Whiskyfreunde, sondern auch für die Inselbewohner, denen so eine wichtige Erwerbsgrundlage wegbrach und von denen viele der Insel den Rücken kehrten. Doch der Scotch-Boom der letzten 10-15 Jahre hat den Brennereien wie auch der Insel insgesamt neues Leben eingehaucht und so den Ileach (Einwohner von Islay) neue Perspektiven eröffnet. Und auch die Zukunft sieht recht rosig aus, denn die Insel wird demnächst um drei weitere Destillerien reicher sein. So sollen ab 2020 die bei vielen Fans schmerzlich vermissten Brennereien Port Ellen und Brora wieder ans Netz gehen, die neue Ardnahoe-Destillerie, die der unabhängige Abfüller Hunter Laing gerade mit Hochdruck baut, steht kurz vor der Fertigstellung. Das wird einerseits den Einheimischen zusätzliche Jobs verschaffen und dazu beitragen, dass der Bevölkerungsschwund weiter gebremst wird, andererseits wird dadurch auch die Marke „Islay“ mit neuen spannenden Whiskys, die zum Teil bereits bekannte Namen tragen, weiter gestärkt.

 

[ 100 Prozent Islay ]

 

Diese positive Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Klar, Single Malt Whisky ist angesagt wie nie und auch auf dem schottischen Festland wird in neue Anlagen investiert. Was den Islay-Whiskys aber zusätzlich zugutekommt, ist ihr Kultstatus. In Zeiten, in denen Begriffe wie „Heritage“ beim Kunden ein immer wichtigeres Verkaufsargument werden, gewinnt der Name Islay kontinuierlich an Zugkraft. Und: Auf der Insel finden sich zudem echte Whis-kypioniere, die mit ihrem Wirken den gesamten Markt beeinflussen und so das „Label“ Islay weiter stärken. Ein gutes Beispiel hierfür ist Bruichladdich, die von 1994 bis 2000 stillgelegte Brennerei, die schließlich von Whiskypionier Mark Reynier mit einer klaren Vision zu neuem Leben erweckt wurde. Sein Ziel: einen 100-prozentigen Islay-Whisky zu kreieren, transparent, vom Terroir geprägt und losgelöstvon alten Konventionen. Eine Philosophie, die bis heute das Wirken der Brennerei prägt, auch trotz oder gerade dank der Übernahme durch Spirituosenriese Rémy Cointreau im Jahr 2012, der die Brennerei unabhängig weiterarbeiten lässt.

 

Zwar löst der Terroir-Ansatz bei einigen Kennern durchaus Diskussionen aus, doch bei Bruichladdich ist man sich sicher: Es macht im fertigen Destillat einen relevanten Unterschied, welchen Gerstentyp man verwendet und wo er angebaut wurde. So arbeitet die Brennerei mit diversen Editionen des Bruichladdich, des Port Charlotte sowie des Ocotomore diese feinenUnterschiede subtil heraus und zeigt zudem, dass es einen nicht geringen Einfluss auf den fertigen Whisky hat, ob er die ganze Zeit auf Islay gelagert wurde, oder nicht. Daher werden die Lagerkapazitäten auf der Insel kontinuierlich ausgebaut, mit Warehouses, die technisch „State of the Art“ sind. Perspektivisch soll die gesamte Produktionskette, d.h. vom Anbau der Gerste auf dem Feld, über das Mälzen (passiert noch in Inverness), das Destillieren und das Lagern, bis hin zur Abfüllung komplett in eigener Hand auf der Insel bewältigt werden.

Muster

Anzeige