Ziel der GeMeMa ist die Etablierung eines geregelten Flaschenpools für die Longneck-Flasche. (Foto: Industrieblick - Adobe.Stock.com)
Ziel der GeMeMa ist die Etablierung eines geregelten Flaschenpools für die Longneck-Flasche. (Foto: Industrieblick - Adobe.Stock.com)

Private Brauereien votieren für GeMeMa

Der Verband Private Brauereien empfiehlt seinen Mitgliedern nach mehrwöchigen Prüfungen und Gesprächen mit beiden Vereinigungen einen Beitritt zur GeMeMa, der im vergangenen Herbst von Bitburger, Warsteiner, Krombacher und Radeberger gegründeten Gesellschaft für Mehrwegmanagement (wir berichteten). Der Verband favorisiert damit eine gemeinsame Pool-Lösung von großen und kleinen Brauereien und spricht sich gegen die „MPB Mehrwegpool der Brauwirtschaft“ des Bayerischen Brauerbunds, dem Brauereiverband NRW und der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände aus (wir berichteten).     

„Einer der ausschlaggebenden Punkte für unsere Empfehlung für einen GeMeMa-Beitritt ist auch die Tatsache, dass die GeMeMa nach den mit uns geführten Gesprächen zahlreiche Punkte, die für die mittelständische Brauwirtschaft von besonderer Relevanz sind, in ihren Vertragswerken aufgegriffen hat. In letzter Konsequenz sind wir der Meinung, dass ein funktionierendes, flächendeckendes gemanagtes Poolsystem nur gemeinsam mit den großen Marktführern realisiert werden kann“, begründet Roland Demleitner die Verbandsentscheidung. Auch Stefan Stang, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Bayern e.V., bekräftigt das Votum für die GeMeMa. „Die Vertreter der GeMeMa haben dem Verband Private Brauereien zugesichert, keine Konfrontation zwischen ‚Groß und Klein‘ herbeiführen zu wollen. Vielmehr verfolgt die GeMeMa den Zweck, die ökologisch vorteilhaften Mehrwegsysteme zum Wohle aller Brauereien zu stabilisieren und auszubauen“, sagt Stang. „Letztendlich machen zwei miteinander konkurrierende Poolgesellschaften der deutschen Brauwirtschaft, die noch dazu Gebinde des gleichen Füllvolumens abdecken wollen, auch keinen Sinn. Ein funktionierendes Mehrwegsystem in der Gesamtbranche wird nur von allen Brauereien unabhängig von ihrer Größe gemeinsam getragen werden können.“

Zudem sei eine weitere Zielsetzung der GeMeMa der Verzicht auf bestehende und künftige Individual-Mehrwegflaschen, um das Mehrwegsystem wieder effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Dies sei vor allem auch im elementaren Interesse der mittelständischen Brauwirtschaft, für die das Aussortieren von Individualleergut große Kostenbelastungen mit sich bringe. Gelinge dieser Schritt der deutschen Brauwirtschaft durch Eigenengagement, würden auch gesetzliche Eingriffe in das Mehrwegsystem durch die Politik nicht nötig werden. Schließlich dürfte mit einem gemeinsamen Agieren möglichst vieler Brauereien in einem Pool weitere wichtige Schritte für das Mehrwegsystem wie die vom Verband Private Brauereien geforderte Erhöhung der Pfandsätze für Mehrweggebinde deutlich einfacher realisierbar sein. // chs

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Ausgabe 19/21

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