Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbunds.
Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbunds.

Bayerischer Brauerbund zeigt sich positiv gestimmt

Der Bayerische Brauerbund hat der bayerischen Brauwirtschaft trotz der Absatzeinbußen im vergangenen Jahr weiterhin gute Chancen eingeräumt.

Die Bayerischen Brauer produzierten im vergangenen Jahr erwartungsgemäß etwas weniger Bier als im Ausnahmejahr 2018. Das teilte der Bayerische Brauerbund auf der heutigen Pressekonferenz in München mit. Mit einem Minus von 3,3 Prozent fällt der Bierabsatz wieder auf das Niveau von 2017 zurück. Insgesamt seien von Januar bis Dezember 2019 23,8 Millionen Hektoliter und damit rund 820.000 Hektoliter weniger als im Vorjahr produziert worden.

Die alkoholfreien Biere, die in den amtlichen Bierabsatzstatistiken nicht enthalten sind, hätten zwar einen anhaltend guten Absatz verzeichnet, konnten den leichten Rückgang der Gesamtproduktion auf 25,8 Millionen Hektoliter inklusive alkoholfreiem Bier allerdings nicht kompensieren, heißt es seitens des Bayerischen Brauerbunds.

Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbunds, bleibt trotz der rückläufigen Absatzentwicklung positiv gestimmt und erkennt für die bayerischen Brauwirtschaft Chancen: „Die weltweite Wertschätzung unserer Bierspezialitäten unter der Schutzbezeichnung ‚Bayerisches Bier g.g.A.‘, aber auch das wachsende Angebot innovativer Getränke, die unter verstärktem Augenmerk auf eine nachhaltige Produktion hergestellt werden, sind hervorragende Voraussetzungen, um dem sich wandelnden Konsumverhalten unserer Kunden zu begegnen.“ Zudem sollten die neue Lifestyle-Produkte im Bereich des sportlich, frischen und leichten Genusses künftig stärker vermarktet werden.

Pfandanpassung gefordert

Der Bayerische Brauerbund appelliert zudem, dass eine Pfanderhöhung dringend notwendig sei. Individualflaschen und die wachsende Gebindevielfalt erhöhen den Sortieraufwand, verlangsamen den Umlauf gängiger Mehrwegflaschen und führen somit zu einem größeren Gebindebedarf, um Engpässe, vor allem im Sommer, zu vermeiden. All dies führe zu einer wachsenden Diskrepanz zwischen den Beschaffungskosten für Flaschen und Kästen und dem dafür hinterlegten Pfand.

Eine Pfandanpassung werde, so Schneiders Aussage, nur im Schulterschluss mit dem Getränke- und Lebensmittelhandel, mit den Betreibern der Rücknahmeautomaten und mit der gesamten Brauwirtschaft zu stemmen seien. Alleingänge seien nicht zielführend. Schneider verwies zudem auf einen dreistelligen Millionenbetrag, der für die Pfanddifferenz zwischen altem und neuem Pfandsatz stehe und der weder bei den Brauereien noch beim Handel hängen bleiben dürfe.

GZ 03/23

Themen der Ausgabe

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Dass Bier eine Heimat braucht, erklärt Christoph Koehler von der Darmstädter Privatbrauerei in seinem Gastkommentar. Er betont: Herrscher über die eigene Wertschöpfungskette zu sein, entwickelt sich immer mehr zum Wettbewerbsvorteil.

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Hessen größte Privatbrauerei steht wirtschaftlich so gut wie lange nicht da – und kämpft trotzdem ums Überleben. Eine Chronik des Scheiterns.