Nicht nur die Logistikbranche steht etlichen Hindernissen gegenüber. (Nordreisender/Adobe Stock)
Nicht nur die Logistikbranche steht etlichen Hindernissen gegenüber. (Nordreisender/Adobe Stock)

"Mobilisierung aller Kräfte"

Unsere Gesellschaft ist auf die Logistik in Zeiten der Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung mehr denn je angewiesen. Auch wenn manchem Zeitgenossen die Brummi-Kolonnen auf den Autobahnen und Landstraßen zuweilen nerven. Dem hält die Transport-Branche zurecht entgegen: „Ohne mich wären die Autobahnen zwar schön leer – Dein Kühlschrank aber auch.“ Denn weder „lassen sich Getränke per E-Mail verschicken“, noch werden sie „im Handel abgefüllt“. „Die Stoßstange ist somit nicht nur aller Laster Anfang“ – sondern ebenso der Garant des Wohlstandes auf vier Rädern.

Und als ob die Speditionswirtschaft nicht schon genug mit Problemen zu kämpfen hätte, treibt Corona seit mehr als 2 Jahren sein Unwesen und machte vor allem dem gastronomie-orientierten Getränkefachgroßhandel das (Über-)Leben schwer. Der unselige Krieg Wladimir Putins treibt die Herausforderungen einer gesamten Branche noch weiter auf die Spitze. Hinzu wird die zweite Handelsstufe durch den nicht enden wollenden Fahrermangel, die zwingend notwendige Digitalisierung und Automatisierung, einem kränkelndem Mehrwegsystem sowie von einer maroden Infrastruktur schwer belastet.

Noch nie sind die Lieferketten derart zum Zerreißen gespannt gewesen. Besonders der Bauwirtschaft und der Industrie droht eine Rezession, zeigt die neueste Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das Menetekel von leeren Regalen im Getränke- sowie Lebensmitteleinzelhandel sowie von Insolvenzen könnte sich schon bald bewahrheiten. Wenigstens die Dienstleistungsbranche klettert aus dem Corona-Tief. Es ist allerhöchste Zeit, alle Kräfte zu mobilisieren, um wieder gestärkt aus einer noch nie da gewesenen Krise zu kommen.


Pierre Pfeiffer
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Schlagworte

GZ 25/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

Wie Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Gründer der Unternehmensberatung Esch. The Brand Consultants und ehemaliger Universitätsprofessor sagt, zeigen die diesjährigen Ergebnisse im Getränkebereich ein erwartetes Muster: Handelsmarken gewinnen immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht. Gegen eine Verdrängung durch Handelsmarken helfe nur die eigene Markenstärke. Der Anteil an Handelsmarken bei Getränken ist noch gering. Die Gründe dafür nennt Prof. Esch in seinem Gastkommentar.

Titelthema: Starke Marken

Handelsmarken gewinnen in der Krise an Bedeutung. Denn Konsumenten ändern laut aktueller Studien ihr Kaufverhalten bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs spürbar und greifen in Zeiten von steigender Inflation häufiger zum günstigen Produkt. Renommierte Marken zeigen jedoch ihre Widerstandskraft, vor allem bei Getränken.

Rückblicke: AfG, Bier & Wein/Schaumwein/Spirituosen

2022 bedeutete einen nahtlosen Übergang von Krise zu Krise. Für die Brauwirtschaft war das Jahr geprägt von Absatzverlusten und schlechten Nachrichten, hielt aber auch die ein oder andere Überraschung parat. Die AfG-Branche blickt auch jenseits der Krisen ebenfalls auf ein bewegtes Jahr zurück. Trotz starker Umsätze litten die Sekt-, Wein und Spirituosenindustrie besonders unter dem Angriffskrieg auf die Ukraine.