In wenigen Jahren erreichen ein Drittel aller Fahrerinnen und Fahrer das Rentenalter. (Foto: Pixabay)
In wenigen Jahren erreichen ein Drittel aller Fahrerinnen und Fahrer das Rentenalter. (Foto: Pixabay)

Drohender Versorgungskollaps durch Fahrermangel

Carsten Taucke, Vorsitzender des Verkehrssauschusses des  BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen sieht  die Transportbranche durch die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zur Situation der Berufskraftfahrerinnen und -fahrer in Gefahr.

"Ohne schnelles Handeln droht durch den aktuellen Fahrermangel ein Versorgungskollaps. Schlechte Arbeitsbedingungen und das negative Image des Berufes sind die Hauptgründe für den Mangel an LKW-Fahrerinnen und -Fahrern", so Taucke. "Es fehlen aktuell 60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer. Jeder dritte LKW-Fahrer ist bereits über 55 Jahre alt - jedes Jahr gehen 30.000 Berufskraftfahrer in Rente. Demgegenüber fehlt es an jungen Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollen." Erforderlich ist die Steigerung der Attraktivität insbesondere durch bessere Arbeitsbedingungen und marktgerechte Entlohnung sowie eine Verkürzung der Ausbildung", so Taucke weiter.

"Und dies ist dringend notwendig. Zeigen uns doch die veröffentlichten Zahlen, dass in wenigen Jahren ein Drittel aller Fahrerinnen und Fahrer das Rentenalter erreichen wird. Das kann zu einem echten Problem werden: LKW-Fahrerinnen und LKW-Fahrer stellen nach wie vor eine Schlüsselfunktion für die Wirtschaft dar. Sie sind die Stütze der Logistik und sichern die unsere alltägliche Versorgung. Ich wünsche mir, dass dieser Berufsgruppe mehr Wertschätzung entgegengebracht wird", so Taucke abschließend.

Die veröffentlichten neuen Zahlen des Statistischen Bundesamt zeigen, dass es keine Trendwende nach oben gibt. Hervorzuheben ist zwar, dass die Zahl der Auszubildenen Ende 2020 höher als vor 10 Jahren ist. Es zeigt sich hingegen weiterhin, dass der Anteil der über 55-Jährigen deutlich höher ist, als bei Erwerbstätigen insgesamt. Berufseinsteiger unter 25 Jahren gibt es kaum, diese machen gerade einmal 3 Prozent aus. Auffällig gering ist mit 3 Prozent auch der Frauenanteil in dieser Berufsgruppe. Insgesamt betrachtet sind 47 Prozent aller Erwerbstätigen Frauen.

Welche Gefahren somit auch der Getränkebranche sowie dem Getränkeeinzelhandel und dem  Lebensmitteleinzelhandel drohen, ist ebenso in der neuen Ausgabe 10/22 der GETRÄNKE ZEITUNG zu lesen. //pip

GZ 03/23

Themen der Ausgabe

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Dass Bier eine Heimat braucht, erklärt Christoph Koehler von der Darmstädter Privatbrauerei in seinem Gastkommentar. Er betont: Herrscher über die eigene Wertschöpfungskette zu sein, entwickelt sich immer mehr zum Wettbewerbsvorteil.

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