Warsteiner will außerhalb des Brauerei- und Arbeitnehmerverbandes die „wirtschaftlich beste Lösung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ finden. (Logo: Warsteiner)
Warsteiner will außerhalb des Brauerei- und Arbeitnehmerverbandes die „wirtschaftlich beste Lösung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ finden. (Logo: Warsteiner)

Warsteiner verlässt Brauerei- und Arbeitnehmerverband

In der vergangenen Woche hatte die Warsteiner Gruppe die Tariferhöhung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bei der dritten Verhandlungsrunde nicht akzeptiert und als „überzogenen Forderungen zum Wohle des gesamten Unternehmens“ abgelehnt (wir berichteten).

Nun kündigte das Unternehmen an, die tarifgebundenen Mitgliedschaften in den Arbeitgeberverbänden zu beenden.

„Die Warsteiner Gruppe hat sich dazu entschlossen, in den kommenden Wochen gemeinsam mit ihren Sozialpartnern über eine individuelle tarifvertragliche Lösung zu sprechen“, heißt es im offiziellen Statement.

Dies ermögliche dem Unternehmen, gemeinsam und solidarisch die wirtschaftlich beste Lösung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Brauerei zu finden. Gerade jetzt sollte es das wichtigste Ziel sein, so schnell wie möglich das erneut anziehende Geschäft gemeinsam zu stemmen und das Unternehmen personell und auch wirtschaftlich aus der Pandemie herauszuführen.

„Daher haben wir unsere tarifgebundenen Mitgliedschaften in den Arbeitgeberverbänden beendet. Selbstverständlich bleiben alle Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge unverändert bestehen. Ziel ist, schnellstmöglich mit den Sozialpartnern in konstruktive Gespräche über zukunftssichernde Regelungen einzusteigen, um auch langfristig Arbeitsplätze zu sichern“, heißt es in dem Statement weiter.

Die geplanten Tarifabschlüsse der Arbeitgeberverbände würden aus Sicht der Warsteiner Gruppe nicht die beste wirtschaftliche Lösung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und das Unternehmen darstellen und würden der wirtschaftlichen Realität in Zeiten von immer noch pandemischen Verhältnissen und unsicheren Zukunftsaussichten mit einem möglichen weiteren bundesweiten Lockdown in den Herbst- und Wintermonaten nicht gerecht.

Die Verbandsaustritte hätten keine unmittelbare Wirkung auf die vorhandenen Tarifverträge, die zunächst unverändert fortbestünden. Lediglich zukünftige Tarifabschlüsse fänden keine Anwendung mehr. Es entstehe also kein tarifloser Zustand, der Schutzmechanismus des Tarifvertragsgesetzes sichere den Status Quo aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Auch die befristete Übernahme der Azubis nach der Ausbildung, die auf einer Betriebsvereinbarung beruhe, bleibe unberührt. // chs

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Ausgabe 15/2021

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 15/2021 (Foto: nikiteev - stock.adobe.com)

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