Seit August 2020 setzt die Warsteiner  Brauerei auch für die Niederlande auf den goldenen Mehrwegkasten - einer ihrer wichtigsten Exportmärkte. (Foto: Warsteiner Brauerei)
Seit August 2020 setzt die Warsteiner Brauerei auch für die Niederlande auf den goldenen Mehrwegkasten - einer ihrer wichtigsten Exportmärkte. (Foto: Warsteiner Brauerei)

Warsteiner hält sich auf Vorjahresniveau

Wie die Warsteiner Brauerei in ihrer Halbjahresbilanz mitteilt, verbuchte sie von Januar bis Juni im In- und Ausland einen leichten Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, obgleich der Zeitraum von einem mehr als doppelt so langen Lockdown geprägt gewesen sei. Bis Mai mussten Restaurants, Bars und Gaststätten geschlossen bleiben, ebenso fielen viele Events und Großveranstaltungen aus, wodurch das Gastronomiegschäft zum Erliegen kam.

Die Halbjahresbilanz zeige nun erste positive Entwicklungen. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagt Christian Gieselmann, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb. Der Restart in der Gastronomie sei für Warsteiner sehr gut angelaufen, die Tagesabsätze seien fast wieder auf dem Niveau wie vor Corona. Zudem seien zahlreiche Neugeschäfte im In- und Ausland generiert worden, weshalb die Brauerei positiv auf die Zeit nach Corona blicke. „Und das hat unser Gastro-Außendienst trotz Lockdown geschafft“, freut sich Gieselmann. Die Motivation im Team sei immens gewesen. „Unser Außendienst war auch zu keinem Zeitpunkt zu 100 Prozent in Kurzarbeit“, betont er.

Export als wichtigster Wachstumstreiber

Wichtigster Erfolgstreiber in einem global schwierigen Marktumfeld sei die überaus positive Entwicklung der Exportmärkte gewesen. Insgesamt habe Warsteiner hier um satte 28,9 Prozent zulegen können, wobei vor allem der Absatz in den Niederlanden, Italien, den USA und im UK überdurchschnittlich ausgefallen sei. Dieser Anstieg habe den Rückgang im Inland von 9,1 Prozent weitgehend kompensieren können. 

Alkoholfreie legen um 18,3 Prozent zu

Besonders erfolgreich hätten sich nun die alkoholfreien Biere entwickeln können. Hier habe der Absatz im ersten Halbjahr um 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen können, womit Warsteiner weiter signifikante Marktanteile habe gewinnen können. Die Einführung von Warsteiner Alkoholfrei 0,0 % und Grapefruit Alkoholfrei 0,0 % im März hätten maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen. Ebenso die zum Jahresbeginn 2020 eingeführte Bierspezialität Brewers Gold, die von der Getränke Zeitung in der Kategorie Spezialitätenbier als Neuheit des Jahres 2020 gekürt worden war, habe sich nachhaltig am Markt etablieren können. Das Warsteiner Premium Pilsener hat laut Brauerei im In- und Ausland hingegen um 3,1 Prozentpunkte verloren. Ob die EM nun zu positiven Absatzeffekten geführt habe, könne Gieselmann noch nichts sagen, „angesichts keiner großen Public-Viewing-Events bin ich jedoch nicht sehr optimistisch.“

Auch am Trend zu Hellbieren habe Warsteiner partizipieren können. Das König Ludwig Hell habe zweistellig wachsen könne. Auch mit dem im April eingeführten „Geselle auf der Walz“ der Paderborner Brauerei sei man laut Gieselmann „sehr, sehr zufrieden.“ Für die Dachmarke sei aktuell jedoch kein Helles in Planung.  

Warsteiner blicke angesichts der soliden Entwicklung und zunehmenden Lockerungen vorsichtig optimistisch auf die nächsten Monate. Für das kommende Jahr rechne das Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung der Rahmenbedingungen, etwa durch große Events wie Rock am Ring, Parookaville oder Lollapalooza. „Wir haben das erste Halbjahr erfolgreich genutzt und sowohl im In- als auch im Ausland wichtige Wachstumsimpulse gesetzt, um unser Geschäft in den kommenden Monaten nachhaltig erfolgreich gestalten zu können“, resümiert Gieselmann. //chs

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GZ 20/22

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Dr. Matthias Schu ist E-Food-Experte und geht im Gastkommentar dem Thema D2C auf den Grund. Vor allem die digital wendigen Start-ups und junge Unternehmen tun sich leichter, also alteingesessene Marken und Konzerne. Was kann der stationäre Handel von erfolgreichen D2C-Brands lernen?

Titelthema: Direct to Customer

Direct to Consumer ist gegenwärtig der wichtigste Vertriebstrend. Doch nicht nur die Hersteller gewinnen an neuen Erkenntnissen und verbessern ihre Margen. Auch der stationäre Handel  profitiert.

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"Neue Maßstäbe in der Getränkelogistik" will Claus Hollinger, Vorstand der Edeka Südbayern, mit der Ausweitung des Trinkgut-Konzeptes setzen. Den Start der groß angelegten Getränke-Offensive markierte im September der erste südbayerische Trinkgut-Markt in Ingolstadt.