Das Führungsduo der Vagabund Brauerei: Matthew „Matt“ R. Walthall (links) und Tom Crozier (Foto: Regine Marxen)
Das Führungsduo der Vagabund Brauerei: Matthew „Matt“ R. Walthall (links) und Tom Crozier (Foto: Regine Marxen)

#VagabundsUnite: Vagabund startet Crowd-Equity-Kampagne

Text: Regine Marxen

„Es waren harte 18 Monate – aber wir sind immer noch da“, sagt Matthew „Matt“ R. Walthall. Ja, die letzten Wochen waren aufreibend für ihn. Er und sein Geschäftspartner und Freund Tom Crozier haben einiges hinter sich. Eigentlich lief für sie wenig wie geplant. Der Bau ihrer neuen Brauerei im Kesselhaus in einem Hinterhof in Berlin Wedding fiel mitten in die Zeit der Pandemie. Als wäre das nicht genug, gab es 2021 kurz vor der Eröffnung auch noch Ärger mit dem Denkmalschutz. Aber jetzt läuft das gute Stück und mit ihm das Bier. Auch der zugehörige Taproom ist eröffnet. Mission completed? Nein. Jetzt geht’s erst richtig los. Genau deshalb starten die beiden ehemaligen Heimbrauer jetzt ihre Crowd-Equity-Kampagne #VagabundsUnite.

150.000 Euro wollen die zwei Amerikaner im Rahmen der Kampagne über eine Plattform einsammeln. Für die erste, gerade gestartete Runde konnten sich interessierte Investoren im Vorfeld anmelden, via Link im Newsletter des Unternehmens. Sozusagen ein Vorkaufsrecht für Family and Friends. Die zweite Runde startet, wenn 70 Prozent der Zielsumme erreicht worden sind. Neben den möglichen Dividenden erwarten Investoren auch Goodies wie besondere Biere, Discounts beim Einkauf im Webshop oder auch Bierfeste.

Matthew „Matt“ R. Walthall, Geschäftsführer der Vagabund Brauerei
Matthew „Matt“ R. Walthall, Geschäftsführer der Vagabund Brauerei

Es waren harte 18 Monate – aber wir sind immer noch da.

Matthew „Matt“ R. Walthall,
Geschäftsführer Vagabund

Schon 2013 haben die Vagabund-Jungs die Entwicklung ihrer Brauerei mithilfe ihrer Community angeschoben. 200 Bierliebhabende machten damals beim Crowdfundig mit und unterstützten die Gründer mit insgesamt 22.000 Euro bei der Errichtung ihrer ersten Nano-Brauerei inklusive Taproom in der Antwerpener Str. in Wedding. Mit ihrer Crowd-Investing-Kampagne gehen Matt und Tom noch einen Schritt weiter. Kein Wunder, in der Oudenarder Str.  steht eine niegelnagelneue Brauanlage von Kaspar Schulz auf einer 1.600 Quadratemter großen Fläche mit eigener Bar, einem Biergarten und einer Eventfläche. Das will bespielt werden. Insofern haben die zwei Unternehmer ziemlich genaue Vorstellungen, wo die 150.000 Euro landen sollen.

„Wir haben bis heute um die 200 Bierstile gebraut. Das wollen wir erweitern“, sagt Matt. Mit neuen Lagertanks wollen sie dafür Platz schaffen und ihre Kapazitäten erweitern. Doch nicht nur in Equipment, auch in Manpower will das Team investieren. Bisher ist Marketing bei Vagabund eine One-Man-Show. Das soll sich ändern, sie wollen lauter, aktiver werden in ihrer Kommunikation. Auch der Vertrieb soll auf stabileren Füßen stehen. Mehr Bier, mehr Verkauf. Logisch.

Nach all den Anstrengungen der vergangenen Monate kehrt also nicht wirklich Ruhe ein im Kesselhaus. Im Gegenteil. Die Community wird’s freuen.

Mehr Informationen über die Kampagne #VagabundsUnite gibt's hier

Schlagworte

Ausgabe 1/22

Cover Meiningers CRAFT 1/22 (Foto: Ben Fuchs Photography)

Themen der Ausgabe

TITEL_BERLINER BERG

Gesucht und gefunden: Sie treten an mit dem Prinzip „Tradition. Neugebraut“. Wollen nicht etwa das verrückteste Craftbier brauen, sondern das Pils für Berlin. Sie wollen eine Lücke schließen im Markt der Hauptstadt, ein Bindeglied sein zwischen zwei Welten. Im Mai 2021 haben Berliner Berg nach einigen Jahren der Suche ihre eigene Brauerei in Neukölln eröffnet.

TREND_HARD SELTZER

Happy Water: Vegan, wenig Alkohol und kaum Kalorien: Hard Seltzer heißt das neue Trendgetränk, das sich nach dem Hype in den USA jetzt in Deutschland etabliert. Auch hiesige Brauer sehen großes Potenzial in dieser neuen Kategorie und bescheren dem Markt vielversprechende Produkte

MARKEN_UNION BRAUEREI_UPDATE

Bremen in Wallung: Corona zum Trotz setzt die Union Brauerei auf Wachstum, will im Herbst 2022 einen weiteren Braubetrieb nebst Gastronomie in Bremen Hemelingen eröffnen – und die Brauhistorie der Hansestadt noch erlebbarer machen. Trotz Expansion wird sich die Brauerei weiterhin auf den lokalen Markt konzentrieren: „Hier gibt es für uns genug Potenzial."