Seit über 30 Jahren hat Oettinger am Thüringer Standort in Gotha gebraut. 2023 soll er an Paulaner übergehen. (Foto: Oettinger Brauerei)
Seit über 30 Jahren hat Oettinger am Thüringer Standort in Gotha gebraut. 2023 soll er an Paulaner übergehen. (Foto: Oettinger Brauerei)

Paulaner kauft Oettinger-Standort

Anfang Juni hatte die Oettinger Brauerei angekündigt, zum Ende des Jahres den Standort Gotha teilweise zu schließen und die Produktionskapazitäten und -anlagen auf die drei anderen Standorte in Oettingen, Braunschweig und Mönchengladbach zu verteilen. Nun ist mit der Paulaner Brauerei Gruppe ein Käufer gefunden worden. Am vergangenen Freitag sei der Vertrag zur geplanten Übernahme unterzeichnet worden, der nun vom Bundeskartellamt geprüft werde. Die Zustimmung der Kartellbehörden vorausgesetzt, soll Gotha rechtswirksam zum 1. Januar 2023 an Paulaner übergehen. Zum Kaufpreis wollten sich beide Brauereien dabei jedoch nicht äußern.

Paulaner wolle die Bereiche Herstellung, Abfüllung, Logistik und Zentrale Dienste mit rund 170 Arbeitsplätzen übernehmen. Die 23 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Abteilungen Vertrieb, Export und Marketing sollen hingegen bei Oettinger verbleiben.

„Um der stetig wachsenden Beliebtheit des Sortiments und den entsprechenden Absatzsteigerungen der vergangenen Jahre Rechnung zu tragen und weiteres nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen, haben wir Produktionsstandorte und attraktive Zukäufe geprüft. Das haben wir in Gotha gefunden“, kommentiert Dr. Jörg Lehmann, CEO der Paulaner Brauerei Gruppe. „Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass wir dem laufenden Verfahren nicht vorgreifen möchten.“ //chs

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GZ 25/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

Wie Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Gründer der Unternehmensberatung Esch. The Brand Consultants und ehemaliger Universitätsprofessor sagt, zeigen die diesjährigen Ergebnisse im Getränkebereich ein erwartetes Muster: Handelsmarken gewinnen immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht. Gegen eine Verdrängung durch Handelsmarken helfe nur die eigene Markenstärke. Der Anteil an Handelsmarken bei Getränken ist noch gering. Die Gründe dafür nennt Prof. Esch in seinem Gastkommentar.

Titelthema: Starke Marken

Handelsmarken gewinnen in der Krise an Bedeutung. Denn Konsumenten ändern laut aktueller Studien ihr Kaufverhalten bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs spürbar und greifen in Zeiten von steigender Inflation häufiger zum günstigen Produkt. Renommierte Marken zeigen jedoch ihre Widerstandskraft, vor allem bei Getränken.

Rückblicke: AfG, Bier & Wein/Schaumwein/Spirituosen

2022 bedeutete einen nahtlosen Übergang von Krise zu Krise. Für die Brauwirtschaft war das Jahr geprägt von Absatzverlusten und schlechten Nachrichten, hielt aber auch die ein oder andere Überraschung parat. Die AfG-Branche blickt auch jenseits der Krisen ebenfalls auf ein bewegtes Jahr zurück. Trotz starker Umsätze litten die Sekt-, Wein und Spirituosenindustrie besonders unter dem Angriffskrieg auf die Ukraine.