Trotz Coronakrise hat sich die Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten für ihre Mitglieder einen tiefen Schluck in Höhe von 2,4 Prozent gegönnt. (Foto: Pixabay)
Trotz Coronakrise hat sich die Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten für ihre Mitglieder einen tiefen Schluck in Höhe von 2,4 Prozent gegönnt. (Foto: Pixabay)

NGG-Tariferhöhung: Warsteiner lehnt ab

Die NGG-Tarifkommission hat sich mit den Brauereien am 10. Juni in der dritten Verhandlung auf einen Abschluss für die rheinisch-westfälischen Brauereien geeinigt. Die Warsteiner Gruppe hingegen hat die aus ihrer Sicht "überzogenen Forderungen zum Wohle des gesamten Unternehmens" nicht akzeptiert.

Der gefundene Kompromiss sieht folgende Regelungen im neuen Entgelttarifvertrag vor:  Eine Corona-Prämie in Höhe von 750 Euro und 2,4 Prozent mehr Gehalt. Die Laufzeit des Entgelttarifvertrages gilt bis zum 31. Dezember 2022. Die Corona-Prämie wird laut NGG-NRW in zwei Teilen ausgezahlt: 500 Euro sind mit der nächsten Lohnabrechnung und 250 Euro im März 2022 fällig. Auszubildende erhalten die Hälfte der vereinbarten Prämie, Teilzeitkräfte eine anteilige Zahlung.

Die Einigung birgt aufgrund der Coronakrise erhebliche Brisanz in sich. "Unserer Tarifkommission ist es schwergefallen, auf eine tabellenwirksame Lohnsteigerung in diesem Jahr zu verzichten. Angesichts der seit über einem Jahr anhaltenden schlechten Situation im Fassbierbereich ist der Ausgleich durch die Einmalzahlung angemessen", findet die NGG-NRW. 

Die Warsteiner Gruppe hingegen "hätten sich von der Gewerkschaft NGG mehr Augenmaß für die wirtschaftliche Lage der Brauereien im bereits 2. Corona-Jahr gewünscht". Sie könne, "die aus unserer Sicht überzogenen Forderungen zum Wohle des gesamten Unternehmens, nicht akzeptieren". Auch, im von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahr 2020, haben man als Unternehmen große Verantwortung übernommen und die tarifliche Lohnerhöhung von 2,3 Prozent mitgetragen. Im aktuellen Krisenjahr 2021 sei das aus unternehmerischer Sicht nicht mehr tragbar. "Wir sind der Überzeugung, dass der krisengebeutelte Markt  - mit langen Lockdownphasen, weitestgehend geschlossener Gastronomie und nahezu keinen Veranstaltungen derzeit kein darüber hinaus gehendes finanzielles Angebot an die Arbeitnehmer hergibt", sagte Unternehmenssprecherin Simone Lápossy. "Trotzdem hatten wir der NGG ein Angebot gemacht – es war der Gewerkschaft aber nicht hoch genug."

Die NGG teilte in einer der GETRÄNKE ZEITUNG vorliegenden Mitteilung wenig diplomatisch mit: "Die Argumente der Arbeitgeber waren dünn und zum Teil an den Haaren herbeigezogen. Unsere Bemühungen, Brücken zu bauen und Kompromisse zu suchen, wurden immer wieder mit einem dogmatischen „Nein“ beantwortet. Die Arbeitgeber sind nicht bereit zu innovativer und zukunftsorientierter Tarifpolitik."

Warsteiner-Gruppe-Sprecherin Simone Lapossy kontert: "Unser gemeinsamer Fokus muss sich jetzt auf die Reaktivierung des Geschäftes konzentrieren – das heißt zügig und effizient aus dem Lockdown zu kommen, unsere Partner in der Gastronomie und den Getränkefachgroßhandel zu unterstützen, wo auch immer sie es benötigen und damit alle Arbeitsplätze nachhaltig zu erhalten. Wir dürfen alle nicht vergessen: Corona ist noch nicht vorbei, viele Festivals, Stadtfeste und andere Veranstaltungen sind immer noch abgesagt und keiner weiß, ob wir auch im kommenden Winterhalbjahr wieder von Maßnahmen wie bspw. Lockdowns, die das Fassbiergeschäft massiv beschränken, ausgehen müssen." Es sei für der völlig falsche Zeitpunkt jetzt solch hohe Forderungen zu stellen.

Das wiederum lässt die NGG-NRW nicht auf sich sitzen, Verhandlungsführer Mohamed Boudih weist darauf hin, "dass sich die Mitarbeiter der großen Brauereien Veltins und Krombacher freuen dürfen", da beide der Lohnerhöhung zugestimmt hätten. //pip

Ausgabe 15/2021

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 15/2021 (Foto: nikiteev - stock.adobe.com)

Themen der Ausgabe

„In der Vielfalt steckt der Schatz“

Christoph Albietz, Brand Ambassador von Marussia Beverages Germany, spricht über die Marke Torabhaig, deren historische Entwicklung und das Team hinter dem Whisky.

Aquavit und Kümmel

Aquavit und Kümmel haben es unter den Spirituosen nicht leicht. Ihr Marktanteil ist klein. Doch sie können auf ihre treuen Genießer bauen. 

Alkoholfreie Konzepte

Alkoholfreier Sekt und Wein gewinnen dank Geschmacksverbesserungen weiter an Akzeptanz. Das Marktsegment gerät in Bewegung.