Vorstand und Aufsichtsrat auf der heutigen Hauptversammlung (v.l.n.r.): Mathias Keil, Vorstand Finanzen und Technik, Dr. Hermann Brandstetter, Aufsichtsratsvorsitzender, Markus Stodden, Vorstandssprecher.  (Foto: Kulmbacher Gruppe)
Vorstand und Aufsichtsrat auf der heutigen Hauptversammlung (v.l.n.r.): Mathias Keil, Vorstand Finanzen und Technik, Dr. Hermann Brandstetter, Aufsichtsratsvorsitzender, Markus Stodden, Vorstandssprecher. (Foto: Kulmbacher Gruppe)

Kulmbacher Gruppe schließt 2020 positiv ab

Für die Kulmbacher Gruppe sei das Geschäftsjahr 2020 eigenen Angaben zufolge ein unerwartet herausforderndes Jahr gewesen, das von den Einflüssen der Corona-Pandemie geprägt worden sei. Allen Widrigkeiten zum Trotz sei es dem Unternehmen gelungen das Geschäftsjahr 2020 mit einem positiven Ergebnis abzuschließen.

Unter der Berücksichtigung aller Geschäftsbereiche sei der Gesamtabsatz einschließlich der Handelsgetränke und ohne Berücksichtigung der Lohnfertigungsmengen auf 3,41 Millionen Hektoliter gewachsen, bei einem Umsatzerlös von 236,8 Millionen Euro. Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes) lag bei 10,2 Millionen Euro. Das verkündete der Vorstand der Kulmbacher Brauerei auf seiner virtuellen Hauptversammlung der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft, Mitte Mai.

„Für die gesamte deutsche Brauwirtschaft war 2020 eines der schwierigsten Jahre“, sagte Markus Stodden, Sprecher des Vorstands der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft im Rahmen der Hauptversammlung. Auch für die Kulmbacher Brauerei zähle das Jahr der Corona Pandemie zu den größten Herausforderungen in jüngerer Geschichte. Dass die Kulmbacher Gruppe 2020 gut durch die Krise gekommen ist, sei laut Stodden auf drei wesentliche Gründe zurück zu führen: „Durch die frühzeitige Fokussierung auf den Handel konnten die Verluste aus den Bereichen Gastronomie, Export und Veranstaltungsgeschäft kompensiert werden. Im Ergebnis spiegelt sich neben der Vertriebsstärke und der Distributionsoffensive der vergangenen Jahre im Handel auch die Beliebtheit der Marken und ihre starke Stellung im Markt wider. Und so sehr die Corona-Pandemie die Welt erschüttert hat, hat sie gleichzeitig auch umso mehr für eine Rückbesinnung auf Regionalität und die Wertschätzung von regionalen Partnern und Unternehmen gesorgt.“

Besonders erfreulich hätten sich die Bereiche Biermischgetränke und alkoholfreie Biere entwickelt laut Kulmbacher Gruppe. Während der Markt der Biermischgetränke national ein Minus von 2,9 Prozent verzeichnete, sei die Nachfrage nach den Biermischgetränken der Kulmbacher Unternehmensfamilie um 22,5 Prozent gestiegen. Ähnlich verhalte es auch bei den alkoholfreien Bieren: National verliere dieses Segment ebenfalls um 1,6 Prozent im Absatz; die alkoholfreien Bierspezialitäten der Kulmbacher Gruppe hingegen seien um 20,1 Prozent überproportional gewachsen. 

 

Der Pilsmarkt

Der Pilsmarkt in Deutschland sei auch 2020 von verheerenden Preisschlachten vor allem der nationalen Fernsehmarken gekennzeichnet gewesen. Markus Stodden: „Der Marktanteil der meistgetrunkenen Pilsbiere ist weiter rückläufig und das, trotz von den Handelsketten initiierten intensiven Werbemaßnahmen und Preisschlachten. In diesem schwierigen Umfeld mussten wir uns behaupten.“ Zwar habe Kulmbacher unter den coronabedingten Einschränkungen in den Bereichen Gastronomie und Veranstaltungsgeschäft gelitten, dennoch habe das beliebte Edelherb seine marktführende Position in Nordbayern mit 12,6 Prozent Marktanteil verteidigen können.

Die Alkoholfreien-Getränke

Das Geschäftsfeld der alkoholfreien Getränke umfasse in der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft im Wesentlichen die Absätze der Marke Bad Brambacher Mineralbrunnen. Bad Brambacher setzte eigenen Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr einmal mehr verstärkt auf natürlich hergestellte Getränke und umweltfreundliche Glas-Mehrweggebinde. 2020 habe das Wachstum beim Mehrweg-Glasgebinde 0,5l bei über 80 Prozent gelegen. Auch die Garten-Limonade habe zum wiederholten Mal kräftig zulegen können und sei mit 37 Prozent gewachsen. Zusätzliche Absatzimpulse seien zudem auch von der Anfang des Jahres 2020 neu eingeführten Mineralwasser-Sorte „Sanft“ gekommen.

Die Unternehmenskennzahlen

Der Konzernumsatzerlös habe im Geschäftsjahr 2020 bei 236,8 Millionen Euro gelegen. Das operative Ergebnis (EBIT) habe bei 10,2 Millionen Euro gelegen. Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft schließe das Geschäftsjahr 2020 mit einem Konzernergebnis in Höhe von 6,6 Millionen Euro ab. Das Eigenkapital sei von 80,8 Millionen Euro auf 82,4 Millionen Euro angewachsen.

 

Die Investitionen

Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 20,8 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert. Investitionsschwerpunkte hätten 2020 Kapazitätserweiterungen am Standort Kulmbach gebildet, wie Beispielsweise die Anschaffung eines weiteren Tunnelpasteurs und einer neuen Entalkoholisierungsanlage, sowie die Erweiterung der Gärtanks. Darüber hinaus sei der erste Schritt im Ausbau des Standortes Kulmbach mit der Errichtung einer weiteren Lagerhalle in der Lichtenfelserstraße erfolgt.

Der Ausblick

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2021 führte Markus Stodden aus, dass das laufende Jahr maßgeblich durch die Corona-Krise gekennzeichnet sei. „Solange die Pandemie vorherrscht oder verlängerte Lockdowns einzukalkulieren sind, wird die wirtschaftliche Erholung gebremst und eine Rückkehr zur vorherigen Normalität nicht möglich sein.“ Trotzdem blickt Stodden optimistisch in die Zukunft: „Wir sind überzeugt, dass unsere bisherige Strategie der regionalen Bierspezialitäten durch die Hinwendung der Verbraucher zu regionalen Produkten gestärkt wird. Folglich halten wir auch im kommenden Jahr daran fest, unsere Kernkompetenz im Bereich der Bierspezialitäten weiter auszubauen.“

In Summe rechne die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 nach eigenem Bekunden mit einer leichten Umsatzsteigerung. Die gesteckten Ziele seien jedoch stark von externen Faktoren wie der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie oder den sich veränderten Marktgegebenheiten abhängig. //pip

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