Große Trauer um Georg Schneider V., der im Alter von 95 vor kurzem verstorben ist. (Foto: Schneider Weisse)
Große Trauer um Georg Schneider V., der im Alter von 95 vor kurzem verstorben ist. (Foto: Schneider Weisse)

Georg Schneider V. ist verstorben

Georg Schneider V., Chef der Brauerei Schneider Weisse von 1956 bis 2000, ist am Montag, 24. April 2023, im Kreise seiner Familie in Kelheim friedlich entschlafen. Dies verkündet die Brauerei in einer offiziellen Mitteilung.

Er leitete die Geschicke Bayerns ältester Weissbierbrauerei fast 45 Jahre lang. „Wer nicht mehr baut, bald nicht mehr braut“, soll der Leitsatz von Georg Schneider V gewesen sein. Unter seiner Leitung wurde die Traditionsbrauerei nach eigenen Angaben "umfassend modernisiert" – und startete die Expansion, zunächst nach Österreich und in die Schweiz, dann aber auch über den großen Teich in die USA. Trotz Export und Modernisierung soll für ihn immer der Leitsatz gezählt haben: „Altes bewahren, Neues schaffen“. So führte er das traditionelle Handwerk der Schneider Weisse in offenen Gärbottichen und mit Flaschengärung fort in ein neues Zeitalter. Man sagt, dass er die Braurezepte und die Philosophie der Brauerei in die Neuzeit transportierte. Außerdem sei er der Vater innovativer Sorten von Schneider Weisse, wie beispielsweise der Leichten Weisse, der alkoholfreien Weisse, dem Schneider Weisse Kristall und der Hellen Weisse. Im Jahr 2000 übergab er die Brauerei an seinen Sohn und Nachfolger Georg Schneider VI. Sein großes soziales Engagement im Unternehmen und auch für das Gemeinwohl waren und sind noch heute beispielhaft. So führte er bereits 1970 bei Schneider Weisse gleichen Lohn bei gleicher Arbeit für Männer und Frauen ein.

Im Rahmen seines Engagements als Brauer war er von 1989 bis 2000 der Vorstand des Deutschen Brauerbunds und von 1989 bis 1998 der Präsident Bayrischen Brauerbunds. In seiner Heimatstadt Kelheim war er von 1980 bis 1992 Stadtrat. 

Robert Schraml, Geschäftsführer von Schneider Weisse, erklärt: „Die Schneider Weisse Familie verliert mit Georg Schneider V. nicht nur ihren bodenständigen und warmherzigen Senior-Chef, der über Jahrzehnte hinweg die Geschicke der Familienbrauerei erfolgreich orchestriert hat, sondern auch einen einzigartigen, von allen geschätzten Sympathieträger und absoluten Herzensmenschen. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Margareta Schneider und ihren Kindern, unserem amtierenden Geschäftsführer Georg Schneider VI. und seinem Sohn Georg Schneider VII., Mitglied der Geschäftsleitung, und Ihren Familien.“ //gz

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GZ 11/23

Themen der Ausgabe

Titelthema: Kreislaufstörung

Die seitens der EU vorgeschlagene Mehrwegquote für Getränkebehälter für den gesamten Einzelhandel könnte sich für die gesamte Getränkebranche als Bumerang erweisen. Weniger für den Discount. Ein Szenario.

Spezial: Systemkampf Verpackung

Die drohende Handels-Mehrwegpflicht hat ein Kräftemessen angestoßen. Der offene Streit zwischen den Mehrweg- und Einweg-Kontrahenten ist wieder entflammt, nachdem Lidl in einer aufwendigen Kampagne um die ökologischen Vorteile von PET-Einwegflaschen wirbt. Lidl und die Deutsche Umwelthilfe beziehen in der GZ Stellung.

Gastkommentar: Antje Gerstein

Antje Gerstein, Leiterin Europapolitik und Nachhaltigkeit beim Handelsverband Deutschland, sieht noch einige Verbesserungsoptionen für den Vorschlag der EU-Verpackungsverordnung zu verpflichtenden Mehrwegquoten.