Laut Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, können sich die familiengeführten Betriebe durch die gemeinschaftliche Prüfung besser gegen den Handel behaupten. (Foto:  Bundeskartellamt)
Laut Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, können sich die familiengeführten Betriebe durch die gemeinschaftliche Prüfung besser gegen den Handel behaupten. (Foto: Bundeskartellamt)

Bundeskartellamt gibt Freien Brauern grünes Licht

Wie das Bundeskartellamt meldet, hat es keine wettbewerblichen Bedenken gegen die gemeinschaftliche Prüfung und Verhandlung der allgemeinen Einkaufsbedingungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel durch die in den Freien Brauern organisierten Brauereien.

„Durch die Kooperation wird es kleinen Brauereien ermöglicht, die allgemeinen Einkaufsbedingungen zu prüfen und zu verhandeln, die bisher einseitig durch den Lebensmitteleinzelhandel vorgegebenen wurden. Die oft noch familiengeführten Betriebe können sich dadurch besser gegen den Handel behaupten und bestehende Wettbewerbsnachteile gegenüber Großbrauereien ein Stück weit ausgleichen“, begründet  Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, die Entscheidung. Konkrete Konditionen wie Preise oder Preisbestandteile sowie Absatzmengen sollen jedoch weiterhin individuell verhandelt werden.

Die Gemeinschaft der Freien Brauer, der 39 kleinen Familienbrauereien aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen angehören, übernehme für ihre Mitglieder die Funktion einer Service-Organisation, die nun die rechtliche Prüfung der allgemeinen Einkaufsbedingungen des Lebensmitteleinzelhandels übernehmen soll, auch im Hinblick auf mögliche unlautere Handelspraktiken. Die Kooperation stelle sich laut Kartellamt damit in erster Linie als eine Art 2 gemeinschaftliches „Outsourcing“ der rechtlichen Prüfung der allgemeinen Einkaufsbedingungen dar.

Da die Brauereien nur regional tätig tätig seien, nicht über Rechtsabteilungen verfügten nur eine geringe Marktbedeutung hätten – ihre Marktanteile lägen bei deutschlandweiter Betrachtung unter 5 Prozent – habe das Bundeskartellamt keine kartellrechtlichen Bedenken gegen das Vorhaben. Die Übernahme der verhandelten Einkaufsbedingungen des Handels durch die jeweiligen Brauereien bleibe freiwillig. //chs

GZ 17/22

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