Sonnige Aussichten: Sowohl Gesamtbierabsatz, Inlandsabsatz und Export konnten im August jeweils um mehr als 11 Prozent zulegen. (Foto: Okea/adobe.stock.com)
Sonnige Aussichten: Sowohl Gesamtbierabsatz, Inlandsabsatz und Export konnten im August jeweils um mehr als 11 Prozent zulegen. (Foto: Okea/adobe.stock.com)

Aufholjagd beim Bierabsatz

Nach den dürftigen Monaten Juni und Juli kann der Bierabsatz im August mächtig zulegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet, konnten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager für den Gesamtbierabsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat ein dickes Plus von 11,8 Prozent bzw. 931.131 Hektoliter auf rund 8,8 Millionen Hektoliter verbuchen. Die ersten 8 Monate des Jahres zusammengenommen, kommt ein Plus von 3,6 Prozent auf etwa 60,3 Millionen Hektoliter heraus.

Auch für den Absatz im Inland dürfen sich die Brauereien für den August über einen Zuwachs von 11,9 Prozent bzw. 772.427 Hektoliter auf insgesamt rund 7,3 Millionen Hektoliter freuen. Kumuliert kommt für das bisherige Jahr ein Zuwachs um 5,6 Prozent auf etwa 49,6 Millionen Hektoliter zusammen.

Der steuerpflichtige und Gesamtabsatz liege damit sogar um jeweils gut 500.000 Hektoliter über den Werten von 2019, kommentiert Daniel Schock, Geschäftsführer Technik und Umwelt beim Deutschen Brauer-Bund (DBB). „Der August 2019 war zwar ausnehmend schlecht und lag seinerseits um gut 12 Prozent unter den Werten von 2018. Es bleibt jedoch dabei, dass der diesjährige August eine halbe Million Hektoliter aufholen konnte, nicht zuletzt, weil auch die Ausfuhren wieder anzogen und selbst 11 Prozent über Vorjahr lagen.“ Das Minus gegenüber vor Corona belaufe sich nun auf 3,4 Millionen Hektoliter beim Gesamtabsatz und 2,5 Millionen Hektoliter beim steuerpflichtigen Absatz.

Ausfuhren ziehen wieder an

Auf gleichem Niveau rangiert ebenso das Plus bei den Ausfuhren: Der Export konnte um 11,3 Prozent bzw. 158.509 auf insgesamt rund 1,6 Millionen Hektoliter zulegen. Davon gingen 834.731 Hektoliter in die EU (+ 17,8 % bzw. 126.401 Hektoliter) und 720.749 Hektoliter in Drittländer (+ 4,7 % bzw. 32.107 Hektoliter). Für die ersten acht Monate des aktuellen Jahres kommt so eine Exportmenge von insgesamt 10, 6 Millionen Hektoliter zusammen – was jedoch immer noch einen Verlust von 4,5 Prozent bzw. 504.295 Hektoliter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet. Während für das bisherige Jahr für die Ausfuhren in EU-Länder ein Plus von 7,3 Prozent bzw. 394.005 Hektoliter auf dem Zettel steht, müssen die Brauereien für die Drittländer einen Verlust von satten 15,7 Prozent bzw. 898.300 Hektoliter verschmerzen.

Sehr positiv konnten sich auch die Biermischungen entwickeln: Die Hersteller können sich für den August über ein fettes Absatzplus von 26,4 Prozent bzw. 115.762 Hektoliter auf 553.743 Hektoliter freuen. Kumuliert steht für 2022 nun ein zartes Plus von 1,2 Prozent auf 3,4 Millionen Hektoliter. //chs

GZ 25/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

Wie Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Gründer der Unternehmensberatung Esch. The Brand Consultants und ehemaliger Universitätsprofessor sagt, zeigen die diesjährigen Ergebnisse im Getränkebereich ein erwartetes Muster: Handelsmarken gewinnen immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht. Gegen eine Verdrängung durch Handelsmarken helfe nur die eigene Markenstärke. Der Anteil an Handelsmarken bei Getränken ist noch gering. Die Gründe dafür nennt Prof. Esch in seinem Gastkommentar.

Titelthema: Starke Marken

Handelsmarken gewinnen in der Krise an Bedeutung. Denn Konsumenten ändern laut aktueller Studien ihr Kaufverhalten bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs spürbar und greifen in Zeiten von steigender Inflation häufiger zum günstigen Produkt. Renommierte Marken zeigen jedoch ihre Widerstandskraft, vor allem bei Getränken.

Rückblicke: AfG, Bier & Wein/Schaumwein/Spirituosen

2022 bedeutete einen nahtlosen Übergang von Krise zu Krise. Für die Brauwirtschaft war das Jahr geprägt von Absatzverlusten und schlechten Nachrichten, hielt aber auch die ein oder andere Überraschung parat. Die AfG-Branche blickt auch jenseits der Krisen ebenfalls auf ein bewegtes Jahr zurück. Trotz starker Umsätze litten die Sekt-, Wein und Spirituosenindustrie besonders unter dem Angriffskrieg auf die Ukraine.