Weil  die Babyboomer vor allem zwischen 2025 und 2035 in den Ruhestand gehen, wird die Erwerbsbevölkerung deutlich schrumpfen. Was das für die Getränkebranche bedeutet, lesen Sie im aktuellen Titelthema. (Foto: freshidea/Adobe Stock)
Weil die Babyboomer vor allem zwischen 2025 und 2035 in den Ruhestand gehen, wird die Erwerbsbevölkerung deutlich schrumpfen. Was das für die Getränkebranche bedeutet, lesen Sie im aktuellen Titelthema. (Foto: freshidea/Adobe Stock)

"Bye-bye Babyboomer!"

„Sorge dich nicht, werde alt“, lautete einst die Empfehlung von Frank Schirrmacher, dem ehemaligen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Was für die Pensionäre in spe wie eine Verheißung klingen mag, verspricht im Umkehrschluss für deutsche Unternehmen nichts Gutes. In seinem Buch, „Das Methusalem-Komplott“ aus dem Jahre 2004, prophezeite der Querdenker (im besten Sinne), dass unsere Gesellschaft ihre Alterung als einen Schock erfahren wird, der mit dem der Weltkriege vergleichbar sei...

Es ist soweit: Besonders das Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt wird hauptsächlich zwischen 2025 und 2035 die Entwicklung von Wachstum und Lebensstandard in Deutschland erheblich bremsen, wenn es nicht gelingt, die Arbeitsproduktivität sehr deutlich zu erhöhen, wie es in einer Studie von Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft heißt. Das bedeutet, dass dem Arbeitsmarkt zwischen den Jahren 2025 und 2035 mehr als 5 Millionen Erwerbstätige verloren gehen. Das Erschreckende daran ist, dass sich kaum jemand weder von Seiten des Staates noch von Seiten der Unternehmen ernsthaft mit dieser Komplexität auseinandergesetzt zu haben scheint. Bis heute hat es der Staat nicht vermocht, für Eltern und Unternehmen einen Rahmen zu schaffen, in dem Familie und Beruf vereinbar wären. Vielen Unternehmen wiederum mangelt es an flexiblen Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodellen. Wer den Warnschuss noch nicht gehört hat, dem sei gesagt: Fachkräftemangel war gestern. Morgen herrscht Not am Mann, respektive an der Frau. Erwerbskräfte werden bald an allen Ecken und Enden fehlen.

Firmen müssen ihre Unternehmen nun in Wellness-Oasen umbauen, in denen die Work-Life-Balance nicht nur propagiert, sondern auch wirklich gelebt wird. Hybrides Arbeiten muss zum Standard werden, sofern der Wechsel zwischen Homeoffice und Firmensitz machbar ist. Qualifizierte Mitarbeiter werden sich auf lebenslanges Lernen einrichten müssen – was somit zum Goldstandard jedes Unternehmens wird. Deutschland muss zum Einwanderungsland werden und die Migration von qualifizierten Arbeitskräften fördern. Kindertagesstätten, Schulen und Krankenhäuser müssen staatliches Hoheitsgebiet werden, um die wichtigsten Ressourcen des Landes für morgen zu fördern und zu schützen: Kinder, Bildung und Gesundheit. Und: Unternehmen, die Frauen immer noch als Mitarbeiter zweiter Klasse behandeln, werden scheitern.

Pierre Pfeiffer
[email protected]

GZ 13/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Michel Pepa

Michel Pepa, Deutschland-Chef von Anheuser-Busch InBev, freut sich auf die Veranstaltungssaison: Er betrachtet Bier als das originäre soziale Netzwerk, das integraler Bestandteil der Festivals hierzulande sei. 

Aktuelles Interview: Pia Kollmar

Gerade erst hat die Oettinger Brauerei angekündigt, ihren Standort Gotha bis zum Jahresende teilweise zu schließen. Pia Kollmar, Gesellschafterin und Geschäftsführerin von Oettinger, begründet die Entscheidung in unserem aktuellen Interview und führt aus, welche Folgen daraus auf die Gebinde-Politik und das geplante Wachstum entstehen. 

Titelthema: Festivals

Hier spielt die Musik: Festivals sind für Hersteller eine gute Möglichkeit, ihre Marken und Produkte emotional aufzuladen - und um neue Zielgruppen zu erschließen.