Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser ging im vergangenen Jahr um 9,2 auf 122,7 Liter zurück. (Foto: Laura Pashkevich - Adobe.Stock.com)
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser ging im vergangenen Jahr um 9,2 auf 122,7 Liter zurück. (Foto: Laura Pashkevich - Adobe.Stock.com)

Weniger Mineralwasser abgesetzt

Wie der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) meldet, ist nach ersten Hochrechnungen der Absatz von Mineral- und Heilwasser 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent bzw. 589,7 Millionen auf 9,4 Milliarden Liter zurückgegangen. Der Absatz von Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränken, zu denen Schorlen, Limonaden, Brausen und Wellnessgetränke auf Mineralwasser-Basis zählen, sei ebenfalls gesunken: um -6,4 Prozent bzw. 198,6 Millionen auf 2,9 Milliarden Liter. Daraus ergibt sich für den Gesamtabsatz der Mineralbrunnenbranche ein Minus von 6 Prozent auf 12,3 Milliarden Liter.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser ging dabei um satte 9,2 auf 122,7 Liter zurück. Die beliebteste Mineralwasser-Sorte sei dabei auch im Jahr 2021 mit einem Absatz von rund 4 Milliarden Litern (- 7,3 Prozent) Mineralwasser mit wenig Kohlensäure („Medium“) gewesen, gefolgt von Mineralwasser mit Kohlensäure („Sprudel“ bzw. „Classic“) mit einer Absatzmenge von rund 3,2 Milliarden Litern (- 8,0 Prozent). Der Absatz von Mineralwasser ohne Kohlensäure habe mit rund 1,9 Milliarden Litern leicht über dem Niveau des Vorjahres (+ 0,3 Prozent) gelegen. Heilwasser habe mit einem Absatzvolumen von rund 81,0 Millionen Litern ein Absatzminus von 3,5 Prozent verzeichnet.

„2021 war für alkoholfreie Getränke insgesamt und damit auch für Mineralwasser ein schwieriges Jahr“, resümiert Jürgen Reichle, Geschäftsführer des VDM. „Den branchenweiten Absatzrückgang während des Corona-Lockdowns im ersten Halbjahr sowie wegen des durchwachsenen Wetters im Sommer konnten auch die ab Herbst wieder steigenden Absätze der Mineralbrunnen nicht ausgleichen.“

Reichle schaut jedoch positiv ins aktuelle Jahr: „Die Verbraucher bestätigen uns in repräsentativen Umfragen, dass sie das Naturprodukt Mineralwasser mit seinen einzigartigen Eigenschaften nach wie vor besonders wertschätzen.“ Er blicke daher zuversichtlich in die Zukunft und gehe in Abhängigkeit vom Wetter und den Auswirkungen der Pandemie von einer Trendumkehr in diesem Jahr aus. Auch wenn dies natürlich kein Selbstläufer sei. //chs

GZ 03/23

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