Willst Du Einfluss auf Deine junge Zielgruppe haben, probier's doch mal mit Influencen, um Marken bzw. neue Produkte beliebt zu machen. (Foto: Adobe)
Willst Du Einfluss auf Deine junge Zielgruppe haben, probier's doch mal mit Influencen, um Marken bzw. neue Produkte beliebt zu machen. (Foto: Adobe)

"Vom Nachdenken und Reis essen"

BraTee, Einskommafünfgrad & Benevit: Über Marken von und mit Influencern wird derzeit viel geschrieben und noch mehr diskutiert. Auch wenn diese sich in der Getränkebranche gerade erst beweisen dürfen, verbirgt sich dahinter ein Marketing-Ansatz, der sich bereits mehrfach bewährt hat. So sei anerkennend gesagt: Influencer-Marketing hat es geschafft, Nischenprodukte über eine jüngere und Social-Media-affine Zielgruppe zu pushen und sie dazu noch als Community für sich zu gewinnen, wie es kein anderes Werbemittel derzeit geschafft hätte. Und dies sogar nachhaltig, wenn das entsprechende Community Management stimmt. Chapeau!

Sicherlich: Die Hersteller freut’s, wenn ihre Produkte mit freundlicher Influencer-Unterstützung reichweitenstark, passgenau und kosteneffizent bei der entsprechenden Zielgruppe beworben werden. Händler freut’s, wenn diese Produkte besseren Absatz finden. Und die übrigen Marktteilnehmer üben sich in friedlicher Koexistenz?

Doch gerade weil das alles zu schön, um wahr zu sein, scheint, sei an dieser Stelle an ein koreanisches Sprichwort erinnert: „Wenn du Menschen zum Nachdenken bringst, kannst du heimlich ihren Reis essen.“ Während neue Marken um Eistee, Vitaminwässer & Co. gerade zum Nachdenken anregen, erleben wir an der ein oder anderen Stelle, dass der Handel bei der Distributionspolitik von Creator Brands auch gerne mal selbstbewusst ausgeklammert wird. Der Direktvertrieb vom eigenen Onlineshop in die Hand des Konsumenten umgeht kurzerhand „teure Listungsprobleme“ wie Rabatte oder Werbekostenzuschüsse. Die jungen Brands freut’s – die Marge steigt. D2C könnte der klassischen Branche also durchaus auch gefährlicher werden als bisher angenommen.

Cecilia Hohls
[email protected]

Schlagworte

GZ 25/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

Wie Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Gründer der Unternehmensberatung Esch. The Brand Consultants und ehemaliger Universitätsprofessor sagt, zeigen die diesjährigen Ergebnisse im Getränkebereich ein erwartetes Muster: Handelsmarken gewinnen immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht. Gegen eine Verdrängung durch Handelsmarken helfe nur die eigene Markenstärke. Der Anteil an Handelsmarken bei Getränken ist noch gering. Die Gründe dafür nennt Prof. Esch in seinem Gastkommentar.

Titelthema: Starke Marken

Handelsmarken gewinnen in der Krise an Bedeutung. Denn Konsumenten ändern laut aktueller Studien ihr Kaufverhalten bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs spürbar und greifen in Zeiten von steigender Inflation häufiger zum günstigen Produkt. Renommierte Marken zeigen jedoch ihre Widerstandskraft, vor allem bei Getränken.

Rückblicke: AfG, Bier & Wein/Schaumwein/Spirituosen

2022 bedeutete einen nahtlosen Übergang von Krise zu Krise. Für die Brauwirtschaft war das Jahr geprägt von Absatzverlusten und schlechten Nachrichten, hielt aber auch die ein oder andere Überraschung parat. Die AfG-Branche blickt auch jenseits der Krisen ebenfalls auf ein bewegtes Jahr zurück. Trotz starker Umsätze litten die Sekt-, Wein und Spirituosenindustrie besonders unter dem Angriffskrieg auf die Ukraine.