Kostentreiber ist insbesondere Energie, vor allem Erdgas. Hier lagen die Preise im April satte 154,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. (Foto: ri - Pixabay)
Kostentreiber ist insbesondere Energie, vor allem Erdgas. Hier lagen die Preise im April satte 154,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. (Foto: ri - Pixabay)

Erzeugerpreise gehen durch die Decke

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet, waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im April 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat 33,5 Prozent höher – laut Destatis der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Gegenüber dem Vormonat März seien die Preise um 2,8 Prozent nach oben geklettert. Die aktuellen Daten würden auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine widerspiegeln.

Energiekosten 87,3 Prozent höher als im Vorjahr

Hauptverantwortlich für den immensen Anstieg sei die Preisentwicklung bei Energie. Diese sei im April 22 im Durchschnitt satte 87,3 Prozent höher gewesen als noch im Vorjahresmonat und 2,5 Prozent über den Preisen des Vormonats März. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie habe Erdgas mit einem Plus gegenüber dem April 2021 von 154,8 Prozent. Die Preise für elektrischen Strom lagen laut Destatis im April 2022 um 87,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Mineralölerzeugnisse waren 53,9 Prozent teurer als im April 2021, jedoch sanken sie gegenüber dem Vormonat März 2022 um 4,6 Prozent. Kraftstoffe kosteten 46,6 Prozent mehr, jedoch 6,8 Prozent weniger als noch im März.

Die Preise für Verbrauchsgüter seien im April 2022 um 13,2 Prozent höher gewesen als im April 2021 und seien gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent angestiegen. Nahrungsmittel seien 17,3 Prozent teurer als im Vorjahr und 5,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Steigende Preise für Baustoffe und Maschinen gefährden Investitionen

Vorleistungsgüter seien im April 2022 um 26,0 Prozent teurer  gewesen als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat seien die Preise um 4,1 Prozent angestiegen. Den höchsten Einfluss gegenüber dem Vorjahr habe die Veränderungsrate für Metalle mit einem Plus von 43,3 Prozent gehabt. Betonstahl habe sich im Vorjahresvergleich um 79,0 Prozent und allein gegenüber März 2022 um 16,6 Prozent verteuert. Die Preise für Aluminium in Rohform waren 58,5 Prozent höher als im Vorjahr.

Verpackungsmittel aus Holz hätten binnen Jahresfrist 75,0 Prozent mehr gekostet, Industriegase 66,4 Prozent. Papier und Pappe seien 52,7 Prozent teurer gewesen als ein Jahr zuvor. Hier seien insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+111,9 Prozent) nach oben geklettert. Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie eine wichtige Rolle spielen, kosteten 41,0 Prozent mehr.

Investitionsgüter kosteten 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine höhere Veränderung im Vorjahresvergleich habe es letztmalig im Oktober 1975 gegeben (+6,8 Prozent). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate hätten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 7,6 Prozent gehabt, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+4,9 Prozent). Besonders stark seien die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+26,1 Prozent) gestiegen, für Teile für Klimageräte, Kühl- und Gefrierschränke (+25,2 Prozent) sowie für Teile und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen (+19,5 Prozent).

Die Preise für Gebrauchsgüter seien im April 2022 um 8,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+10,5 Prozent). //Destatis/chs

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GZ 13/22

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 13/2022 (Foto: Marco Kleebauer)

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