Aufgrund einer einstweiligen Verfügung gewinnt der Edeka-Verbund die 1. Runde im Rechtsstreit gegen Coca-Cola. Nach Eckes-Granini ist der amerikanische Konzern der zweite Getränkehersteller, mit dem der Lebensmittelhändler innerhalb kürzester Zeit im Clinch liegt. (Foto: Pixabay)
Aufgrund einer einstweiligen Verfügung gewinnt der Edeka-Verbund die 1. Runde im Rechtsstreit gegen Coca-Cola. Nach Eckes-Granini ist der amerikanische Konzern der zweite Getränkehersteller, mit dem der Lebensmittelhändler innerhalb kürzester Zeit im Clinch liegt. (Foto: Pixabay)

Edeka gewinnt 1. Runde im Coca-Cola-Streit

Das Landgericht Hamburg hat per einstweiliger Verfügung erlassen, dass der Getränkehersteller Coca-Cola den Handelskonzern Edeka beliefern muss. Dies teilte die Hamburger Justiz der Getränke Zeitung auf Anfrage mit.

Anfang September hatte der amerikanische Bottler einen Lieferstopp gegen den Lebensmittelhändler verhängt, weil er seine Preiserhöhung aufgrund der gestiegenen Inflation nicht durchsetzen konnte.

Nach Auffassung des Hamburger Landgerichts sei die von Coca-Cola geforderte Preiserhöhung aber "unangemessen". Mit der Preisvorgabe und deren Durchsetzung mithilfe des Lieferstopps nutze der Erfrischungsgetränkehersteller eine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich aus. Darin liege ein kartellrechtswidriges Verhalten vor, begründet die zuständige Kammer für Handelssachen ihr Urteil. Diese vorläufige Regelung sei befristet bis zum 30. September dieses Jahres. Die einstweilige Verfügung sei der Dringlichkeit wegen ohne mündliche Verhandlung ergangen.

Die Edeka sieht ihre Haltung durch die Entscheidung des Hamburger Landgerichts vollauf bestätigt. "Gleichzeitig setzt das Urteil der Preistreiberei einiger Markenkonzerne Grenzen, die mit ungerechtfertigten Preiserhöhungsforderungen ihre Gewinne maximieren wollen", teilte eine Unternehmenssprecherin der Getränke Zeitung mit. Daher stehe man seit Monaten in "harten Verhandlungen" mit der Markenartikelindustrie. Der Handelskonzern argumentiert: "Der Edeka-Verbund investiert in erheblichem Umfang, um die Verkaufspreise möglichst stabil zu halten – auch zu Lasten der eigenen Marge. Wir erwarten auch von unseren Industriepartnern, dass sie ihrer Verantwortung ebenfalls gerecht werden."

Coca-Cola läutet im Rechtsstreit mit der Edeka nun die 2. Runde ein und hat beim Hamburger Landgericht Widerspruch eingelegt. Aus Sicht des Limonadenherstellers mit gutem Grund, wie eine Pressesprecherin der Getränke Zeitung auf Anfrage erläutert: "Die Preiserhöhung liegt deutlich unter der aktuellen Nahrungsmittelinflation von 16,6 Prozent im August und auch unter der preislichen Entwicklung vieler Handelsmarken." Dies gelte auch im Bereich der Erfrischungsgetränke – hier lägen die Preise der Handelsmarken im Monat August um 9,4 Prozent höher als noch im Vorjahr. "Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Marken auch weiterhin maßgeblich zur Wertschöpfung unserer Kunden im Handel und im Außer-Haus-Markt beitragen", rechtfertigt der Getränkehersteller seine Preisanpassung. Man hoffe daher, auf einen zügigen und konstruktiven Fortgang der Gespräche und auf Verhandlungsbereitschaft bei Edeka. //pip

 

GZ 24/22

Themen der Ausgabe

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Peter Laux, Managing Director der Messer Industriegase GmbH, erklärt, wie das Unternehmen durch alternative Verfahren unabhängiger von der Düngemittelproduktion werden will. 

Aktuelles Interview: Raymond Sahm

Raymond Sahm, geschäftsführender Gesellschafter von Rastal, sieht sein Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dank einer neuen betriebswirtschaftlichen Grundlage und erheblichen Innovationen im digitalen Bereich sieht er Rastal für die Zukunft gut aufgestellt.

Titelthema: Stand CO2-Mangel

Nicht sehr prickelnd: CO2 ist weiterhin ein rares Gut. Einzig eine Erhöhung der Düngemittelproduktion scheint die Lage kitten zu können. Die EU ist dran.