Accolade Wines verkauft

Donnerstag, 5. April 2018 - 12:15
Handel
Weinhandel
 Hardys ist eine der wichtigsten Weinlinien von Accolade (Foto: Sascha Kreklau)

Accolade Wines, zu 80 Prozent in Besitz von CHAMP III Funds und zu 20 Prozent in den Händen des früheren Besitzers Constellation Brands, wurde zu 100 Prozent an den Finanzinvestor Carlyle Group mit Sitz in Washington veräußert. Der Kaufpreis soll 1 Mrd. Australische Dollar betragen haben (772 Mill. US$). 

Erst im Jahr 2011 hatte CHAMP zwei verschiedene Unternehmensbereiche von Constellation für 290 Mill. Australische Dollar (223 Mill. US$) gekauft – gerade mal ein Drittel des jetzigen Verkaufspreises. Diese zu einem Unternehmen zu vereinen, sei in den vergangenen sieben Jahren die Hauptaufgabe gewesen, erklärte CHAMP-CEO John Haddock. Mittlerweile sei Accolade der größte Produzent von australischen Weinen, exportiere in mehr als 140 Länder und gelte als eines der weltweit führenden Weinunternehmen. 

Mehr als zwei Drittel seines Umsatzes generiert Accolade außerhalb Australiens, u.a. mit Massen-Marken wie Hardys. In den vergangenen Jahren wurde ein  Fine-Wine-Portfolio aufgebaut und verstärkt auf China als Exportziel gesetzt. Mit dieser Premiumstrategie reagierte Accolade auf bestehende Trends in der Weinbranche: Zum einen sind die Konsumenten nach Überwindung der Weltwirtschaftskrise wieder bereit, in hochpreisige Weine zu investieren, zum anderen sorgt das wachsende Weininteresse der chinesischen Mittelschicht dafür, dass die Nachfrage nach Premiumweinen weiter steigt. Schon heute ist China bei weitem der größte Absatzmarkt für australische Weine, alleine im Jahr 2017 ist der Wert der australischen Weinexporte nach China um über 60 Prozent gestiegen. Die Nachfrage wächst vor allem im Hochpreissegment. 

Der Schritt von CHAMP, Accolade anstatt eines öffentlichen Börsengangs an ein anderes privates Unternehmen zu veräußern, verdeutlicht auch die Schwierigkeit, öffentliche Anleger für ein reines Weinunternehmen zu gewinnen. Unvorhersehbare Faktoren wie wechselnde Wetterverhältnisse oder der sich rasch wandelnde Konsumentengeschmack schrecken potenzielle Investoren ab. jw

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